Einfangaktion
 

Da das Problem der vielen herrenlosen Katzen nur mittels Kastration gelöst werden kann, sind wir gezwungen die Katzen einzufangen um sie kastrieren lassen zu können.
Dieser Stressfaktor ist also nicht vermeidbar, was tun wir also um den Stresslevel für die Katzen möglichst gering zu halten?

Zuerst einmal versuchen wir die Katzen möglichst mit einer Lebenfalle zu fangen. Die Katzen nähern sich mittels Futterköder der Falle und gehen je nach Alter und Erfahrung mehr oder weniger schnell in die Falle. Um nicht zuviel Zeit zu verlieren, halten wir uns so nah wie möglich in der Nähe der Falle auf, aber nicht zu nah um die Katzen nicht zu irritieren oder vorzuwarnen.
Ist die Katze in der Falle, wird sofort eine Decke über die Falle geworfen und die Falle somit zugedeckt und abgedunkelt. Die meisten Katzen beruhigen sich dann augenblicklich (womit auch die Verletzungsgefahr deutlich sinkt).
Sofern wir vorher nicht beobachten konnten, welche Katze in der Falle sitzt, wagen wir nur einen kurzen Blick um uns zu vergewissern, dass wir keine Katze von den Nachbarn erwischt haben oder eine Katze, die bereits von uns kastriert wurde. Danach wird die Katze sofort in den Transportkorb umgeladen und dieser ebenfalls zugedeckt, im Auto verstaut, wo die Katze sich erstmal von dem Schock erholen kann.
Wir versuchen dann immer zumindest noch eine zweite Katze zu fangen, da besonders die wildlebenden Katzen sehr sozial sind und es immer wieder Tiere gibt, die angesichts dessen, dass keiner ihrer "Freunde" da ist, regelrecht in sich zusammenfallen.

Die gefangenen Tiere werden dann ohne Umwege zum Tierarzt gebracht, wo sie möglichst mittels selbstgebastelter Einrichtung gegen das Gitter des Transporters gedrückt werden um so direkt durch das Gitter in Narkose gelegt zu werden. Dieses Vorgehen spart den Tieren das für sie sehr stressige Angreifen, Festhalten und ev. wieder Einfangen in der Ordination, falls das Tier doch entwischen konnte.

Die Markierung der Tiere erfolgt NICHT mittels Ohren einschneiden oder gar Ohrspitzen abschneiden. Die Tiere werden mit einem "KASTR" (welches für "kastriert" steht) im Ohr tätowiert. Zusätzlich erhalten alle von uns eingefangenen und kastrierten Katzen einen Chip mit einer eindeutigen Nummer.
Sollten sich viele sehr ähnliche Katzen in der Gegend tummeln bzw. die Tätowierung ev. von weitem nicht so gut erkennbar sein, wird den Katzen zusätzlich etwas Fell an einer gut sichtbaren Stelle rasiert. Das dient vor allem bei größeren Katzenpopulationen dazu, dass man wirklich schon von Weitem sieht, welche Katze bereits kastriert ist. Da solche Populationen ohnehin rasch "durchkastriert" werden müssen, sind die Haare meist erst wieder nachgewachsen, wenn bereits alle Tiere kastrierrt wurden.

Wieso werden die Katzen nicht wie bei anderen Organisationen an den Ohren markiert (mittels ein- und abschneiden)?
Es ist zum einen eine zusätzliche, unnötige Wunde zur Kastrationswunde. Katzen sind an den Ohren SEHR empfindlich und die Ohren sind auch gut durchblutet. Diese Wunde kann sich genauso wie die Kastrationswunde entzünden. Wir sind der Meinung, dass dies nicht sein muss, da die Katzen wie oben beschrieben auch anders und auch zuverlässiger markiert werden können, ohne noch mehr Leid zu verursachen.
Und wie oft hatten wir schon eine Katze mit eingerissenen Ohren in der Falle sitzen, die im Normalfall wieder freigelassen worden wäre, weil sie ja als kastriert "markiert" ist und wie oft waren diese Katzen doch nicht kastriert? Bisher haben wir noch keine einzige Katze mit Schnitt im Ohr in der Falle gehabt, die bereits kastriert war.

Nach der Kastration bleiben die Tiere ca. 1 - 3 Tage entweder beim Tierarzt oder bei uns und werden weitestgehend in Ruhe gelassen.
Wenn es keine Komplikationen gibt und die Wunde soweit in Ordnung ist, werden die Katzen von uns wieder an der Stelle, wo sie eingefangen wurden, ausgesiedelt.

 
 
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